Auslandssemester in Kolumbien – Warum eigentlich?

Warum gehst du eigentlich genau nach Kolumbien? – so oder so ähnlich lautete wohl die häufigste Frage, die ich dieses Jahr gestellt bekommen habe. Seit dem 20. Juli bin ich nun hier und es fragen mich natürlich auch viele Kolumbianer warum ich genau nach Kolumbien und vor allem nach Bogota gegangen bin. Die Antwort auf letztere ist einfach: Es stand in Kolumbien nur Bogota zur Auswahl. Die andere Frage ist etwas komplexer zu beantworten, ich versuche es aber trotzdem.

Südamerika & Spanisch

Um meine Entscheidung zu erklären, muss ich etwas ausholen. Als ich 15 Jahre alt war ging ich mit der Organisation AFS für ein Schuljahr nach Chile. Dort lebte ich bei einer Gastfamilie, besuchte die Schule in einer kleinen Stadt nahe Valparaíso und lernte so nach und nach auch Spanisch. Es war zwar nicht immer leicht und die kulturellen Unterschiede konnten manchmal wirklich nerven (wenn du schon mal 1 Stunde an einer Straßenecke gewartet hast, weißt du was ich meine), aber meine Liebe zu Südamerika und Spanisch wurde hier auch geboren. Spanisch hatte ich danach auch weiter in der Schule und meine Professorin war ausgezeichnet und unterstütze mich sehr, weshalb ich auch eine Fachbereichsarbeit zum Thema Literatur und Diktatur im Chile des XX. Jahrhunderts. Ich möchte fast behaupten, dass meine Liebe zum Spanischen über die eines „normalen“ Spanisch-Lernenden hinausgeht. Mich faszinieren die Eigenheiten der Sprache, die unterschiedliche Benutzung in verschiedenen Ländern, die Literatur, die Kultur, wie man etwas völlig anders ausdrucken kann in Spanisch, einfach alles daran.

 

Aus diesem Grund ging ich auch während meines Bachelor-Studiums für ein Semester nach Tarragona, Spanien, und machte danach mein Praktikum in Santiago de Chile, welches ich dann noch um fast ein Jahr verlängerte. Hier wurden meine Aufmerksamkeit und mein Interesse auch zum ersten Mal aktiv auf Kolumbien gelenkt. Plötzlich hörte ich von Cartagena de las Indias und Medellin, obwohl ich vorher noch nicht recht viel über diese Städte wusste, hörte sich alles aufregend und wunderbar an. Nur beim Thema Sicherheit wurde mir etwas mulmig, aber dass ich dorthin konnte lag für mich in nicht absehbarer Zukunft.

Dann reiste mein damaliger Chef und guter Freund Simon auch noch durch Kolumbien und war schlichtweg begeistert! Seine Freude für das Land war so ansteckend, dass mir bald klar war: da will ich auch hin! Alle Leute, die ich kannte, die das Land besucht haben, waren so hellauf begeistert, wie ich das selten erlebt hatte. Die Menschen, die Natur, die Städte. Und alle versicherten, dass die Sicherheitslage bereits viel besser geworden ist und ihnen nichts passiert war. Danach ging es für mich aber erstmal zurück nach Österreich, denn das Studium sollte noch fertig gemacht werden und die Idee nach Kolumbien zu reisen wurde erstmal auf Eis gelegt.

Mein Studiumbachelor

Nachdem ich meinen Bachelorabschluss in der Tasche hatte, begann ich gleich darauf mein Masterstudium „Business in Emerging Markets“. Relativ schnell war mir auch klar, dass ich ein weiteres Auslandssemester machen würde, da es selten wieder so einfach sein würde und noch dazu entsprach es dem Studieninhalt so wie die Faust aufs Auge. Bald stand auch fest, dass ein entwickeltes Land wie Frankreich für mich nicht in Frage kam, denn ich wollte ja etwas über aufstrebende Märkte erfahren. So blieben noch Asien und Lateinamerika übrig. Ersteres sprach mich persönlich nicht so sehr an und nach dem Ausschlussprinzip und Bauchgefühl wurden die Optionen durchdacht und um Weihnachten herum habe ich mich schlussendlich für Kolumbien entschieden. Es war eine Kombination aus rationalen Fakten, wie Kolumbien als aufstrebender, wirtschaftlicher Markt und der Südamerika-Bezug, aber es war auch ganz viel Bauchgefühl im Spiel.

 

Mein Arbeitsprofil

Mich interessieren viele Arbeitsfelder, jedoch hat sich für mich noch keines herauskristallisiert, das ich 100% anstrebe. Wenn ich jedoch an meinen Traumjob denke, sehe ich den Süd- und Lateinamerikanischen Markt aber ganz eindeutig dabei. Ich liebe Spanisch, ich kenne viele Länder und Kulturen Südamerikas und meine Ausbildung passt auch dazu. Mit meinem Aufenthalt in Kolumbien kann ich mein Profil als Südamerika-Kennerin noch weiter vervollständigen.

Warum ich nach Kolumbien gegangen bin, war eine Kombination vieler Faktoren. Manche rational, manche kamen aus dem Bauch heraus, manche wegen den begeisterten Erzählungen vieler. Ganz egal warum, ich bin froh diese Entscheidung getroffen zu haben und so viel von diesem Land sehen zu dürfen und über die Kultur lernen zu können. Warum ich also genau nach Kolumbien gegangen bin? Um mehr zu erfahren – über das Land und seine Menschen, und vor allem über mich selbst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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